WIR BAUEN EINE STADT

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6 MILLIARDEN BITCOIN

HEUSCHRECKENINSEKTENSCHWÄRME

DIE SICH ÜBER DIE STADT AUSBREITEN
DIE KILOMETERWEIT ALLES KAHL FRESSEN
VERBREITEN SICH WIE EINE PEST

GEHT WEG

WIE EINE WOLKE ZUR DUNKELSTEN STUNDE
WIE DER SCHWARZE RAUCH VON EINEM GRASBRAND
ZIEHT ES MILLIONEN VON HEUSCHRECKEN IN DIE SCHLACHT
DA WO SIE SICH NIEDERLASSEN, VERBRENNT DIE STADT

GEHT WEG

IHR HAUPTSCHWARM HAT SICH IN DIE MITTE DER STADT FEST GEFRESSEN
TANZT, KRABBELT, MORDET UND VERKAUFT
SPRICHT, FLÜSTERT UND SCHREIT
6 MILLIARDEN BITCOIN, SIND NOCH LANGE NICHT GENUG

GEHT WEG

JAN ACKERMANN | MARK PEPPER

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Im Jahr 2017 gruenden Pepper & Ackermann die Experimentalformation GERMANPANK. Pepper textet und performt dafuer aus seinem Manuskript – Verdichtung des Realen, geschrieben als Abriss unseres letzten realen politischen Jahrzehnts. Seine Texte sind Begehungen des Alltags und dessen Zerstoerung. Pepper`s sprachliche und koerperliche Praesens werden durch Ackermanns Gitarren Sound konterkariert. Beide Kuuenstler haben ihr Spiel perfekt aufeinander getrimmt. Die Begrenzung dabei auf Stimme und nur ein Instrument ist fuer beide ohne Alternative. Die daraus resultierende Archaik ihres Zusammenspiels wirkt wie ein Faustschlag.

SCHWERT

Gleis, Brocken, Bruecken, Baracke, Behältnis, entlang der Straße ein Strich, Glas am Wegesrand, kochende Autos im Graben, Fenster, keine Wolken, zwei Silberstreifen am Himmel, Detonation, geballte Fäuste, gereckte Finger, unbescholtene Bewegung, Schrei, aus tiefer Einsicht zur Entblößung, endlos lang, wie der Ton, zelebriert im Fall vom Himmel, der Erde entgegen in den Schutt, feuerfrei, heilloses Entsetzen, in Ölgetunkter Stein, Freund, Feind, alles zerbricht, benutztes Buero, benutzte Kantine, Benutzte Aussicht, benutztes Gefuehl, benutztes Nichts, im Nichts, ins Nichts, ins Paradies, in den Himmel, in die Hölle, an das Kreuz, mit ihnen, nichts ist geblieben, außer.. ein Feldzug der Macht, Gott muss her, im Namen Gottes, wir rächen, wir werden sie rächen, schneeweiß, geblendeten Auges, laufen sie ins Verderben, Überlebende, Übriggebliebene, wie aus dem Mutterschoß gepresste, voller Flecken, auferstanden aus Ruinen, vereint im Dreck, im Fleische des Angesicht aufgespuert, nur der verschrobenen Haltung wegen, eine Nation ruestet auf, wir sind die Guten, Ohr ab, Fuß ab, die Wuerde ist mit uns, im grellem Blitz, Abkuehlung, wie amorphes Glas zwei Sonnen am Himmel, nackt, auf Messerschneide, auf Messerspitze, in Selbstmordpose, „Der Hunger“. Gebt ihm das Schwert! Bagdad, Kabul, Dschibuti, Mali, Athen, Tripolis, Berlin.. besitzt ihr den richtigen Glauben? Sprengt die Buddas mit Panzerketten auf die Brueste der Eunuchen, verbrennt die Buecher, zerhackt den Rundfunk, reißt die Spiegel von den Wänden, aber bedenkt, eure Gesichter sind Tuch, und rot, nicht Wolle, spricht es von den Feldern, aus weiß gemacht sind die Träume, schwarz seid ihr, „Spielzeuge“ ins Schwarzlicht getaucht, als Schatten, Fremde, Puenktchen, Kommas, ueber der Erde, ganz schwarz, wie Amphibien, vereinzelt, irreversible, unerklärlich, erklärlich in Angst, in  Angst, kehrt ihr den Dreck, den uebrig gebliebenen Dreck, in die Hölle! Also bueckt euch, VERDAMMT, im Namen der Kinder, Großväter, Omas und Blinden, kriecht selbst hinein, in den Wuestensturm..